Datum der Pressekonferenz Mittwoch, 15. Juli 2009, 13:30 Uhr
Verantstaltungsort ÄKBV München
Elsenheimerstr. 63
80687 München
Bayerstraße 41 - 80335 München
Willkommen zur Pressekonferenz

Meningokokken C in Bayern
Höchster Krankheitsanstieg bei geringster Durchimpfungsrate

(München) +++ Aktuelle Zahlen des Robert Koch Instituts bestätigen einen beunruhigenden Trend: Bayern gehört mittlerweile zu den Spitzenreitern mit den meisten Meningokokken-C-Erkrankungen in Deutschland, an denen jährlich Kinder und Jugendliche versterben. Gleichzeitig zeigen Untersuchungen der Gesellschaft für Konsumgüterforschung (GfK), dass der Freistaat Schlusslicht bei der Durchimpfung der Kinder und Jugendlichen gegen diese lebensgefährlichen Erreger ist. Dr. Nikolaus Frühwein: „Jedes Kind und jeder Jugendliche, der an einer Meningokokken-C-Erkrankung stirbt, ist einer zu viel!"
Seit die Ständige Impfkommission (STIKO) 2006 eine klare Impfempfehlung gegen Meningokokken C für alle Kinder im zweiten Lebensjahr ausgesprochen hat, ist viel geschehen. Die Impfung mit den neuartigen Konjugatimpfstoffen wird bundesweit wahrgenommen und zeigt bereits Wirkung: Die Zahl der lebensgefährlichen Meningokokken-CErkrankungen ist in Deutschland rückläufig, die Impfraten sind deutlich gestiegen. Eine traurige Ausnahme bildet Bayern. Hier sind die Durchimpfungsraten deutlich niedriger als im Bundesdurchschnitt, wie eine Untersuchung der GfK bei über 9000 Kindern bis 18 Jahren zeigte. Neben Nordrhein-Westfalen ist Bayern das einzige Land, das einen Anstieg der Meningokokken-C-Erkrankungen zu verzeichnen hat. Der Vergleich zwischen den ersten 6 Monaten der Jahre 2007 und 2009 zeigt, dass sich in Bayern die Zahl der Meningokokken-C-Fälle verdoppelt hat. In Baden- Württemberg, einem Land mit einer deutlich höheren Durchimpfungsrate, haben sich die Erkrankungszahlen dagegen halbiert.
Meningokokken sind Bakterien, die den Nasen-Rachenraum besiedeln. Die wichtigsten Gruppen von Meningokokken werden als Serogruppe B und C bezeichnet und sind für fast alle diese Erkrankungen verantwortlich. In Deutschland werden jährlich 400 bis 800 Meningokokkenfälle gemeldet, hauptsächlich Kinder und Jugendliche sind ihre Opfer. Krankheitsausbrüche können jederzeit auftreten und sorgen für Unsicherheit und Informationsbedarf in der Bevölkerung. 60-70 Prozent der Fälle werden durch die Gruppe B verursacht, 30-40 Prozent durch die Gruppe C. Diese können durch eine Impfung verhindert werden. Durchschnittlich versterben ca. 10 Prozent der Betroffenen an der Infektionskrankheit, weitere 20 Prozent behalten bleibende Schäden wie Amputationen und Verstümmelungen zurück.
Wie von der STIKO empfohlen sollten Ärzte und Eltern darauf achten, bei Kindern, die nicht im Kleinkindalter geimpft wurden, diese Impfung spätestens bis zum 18. Lebensjahr nachzuholen. Neben neuen GfK-Daten zur Durchimpfungsrate wird das aktuelle Positionspapier zur Meningokokken-C-Impfung im Rahmen dieser Pressekonferenz vorgestellt.
Hierzu laden wir Sie herzlich ein.
Folgende Experten berichten und stehen für Interviews zur Verfügung:
Dr. Nikolaus Frühwein Bayerische Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen e.V.
Abstract-Positionspapier Laden  
Dr. Ursula Lindlbauer-Eisenach
Mitglied der STIKO, Kinder- und Jugendärztin, stellv. Landesvorsitzende des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V., LV Bayern
Abstract Laden  
Prof. Dr. Thomas Nicolai Leitender Oberarzt der Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Haunerschen Kinderspital, München
Abstract Laden  
Dr. Johannes Elias Facharzt für Mikrobiologie, Nationales Referenzzentrum für Meningokokken, Würzburg
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