(München) +++ Aktuelle Zahlen des Robert Koch Instituts bestätigen einen beunruhigenden Trend: Bayern
gehört mittlerweile zu den Spitzenreitern mit den meisten Meningokokken-C-Erkrankungen in Deutschland,
an denen jährlich Kinder und Jugendliche versterben. Gleichzeitig zeigen Untersuchungen der Gesellschaft
für Konsumgüterforschung (GfK), dass der Freistaat Schlusslicht bei der Durchimpfung der Kinder und
Jugendlichen gegen diese lebensgefährlichen Erreger ist. Dr. Nikolaus Frühwein: „Jedes Kind und jeder
Jugendliche, der an einer Meningokokken-C-Erkrankung stirbt, ist einer zu viel!"
Seit die Ständige Impfkommission (STIKO) 2006 eine klare Impfempfehlung gegen Meningokokken C für alle Kinder
im zweiten Lebensjahr ausgesprochen hat, ist viel geschehen. Die Impfung mit den neuartigen Konjugatimpfstoffen
wird bundesweit wahrgenommen und zeigt bereits Wirkung: Die Zahl der lebensgefährlichen Meningokokken-CErkrankungen
ist in Deutschland rückläufig, die Impfraten sind deutlich gestiegen. Eine traurige Ausnahme bildet
Bayern. Hier sind die Durchimpfungsraten deutlich niedriger als im Bundesdurchschnitt, wie eine Untersuchung der
GfK bei über 9000 Kindern bis 18 Jahren zeigte. Neben Nordrhein-Westfalen ist Bayern das einzige Land, das einen
Anstieg der Meningokokken-C-Erkrankungen zu verzeichnen hat. Der Vergleich zwischen den ersten 6 Monaten der
Jahre 2007 und 2009 zeigt, dass sich in Bayern die Zahl der Meningokokken-C-Fälle verdoppelt hat. In Baden-
Württemberg, einem Land mit einer deutlich höheren Durchimpfungsrate, haben sich die Erkrankungszahlen
dagegen halbiert.
Meningokokken sind Bakterien, die den Nasen-Rachenraum besiedeln. Die wichtigsten Gruppen von Meningokokken
werden als Serogruppe B und C bezeichnet und sind für fast alle diese Erkrankungen verantwortlich. In Deutschland
werden jährlich 400 bis 800 Meningokokkenfälle gemeldet, hauptsächlich Kinder und Jugendliche sind ihre Opfer.
Krankheitsausbrüche können jederzeit auftreten und sorgen für Unsicherheit und Informationsbedarf in der
Bevölkerung. 60-70 Prozent der Fälle werden durch die Gruppe B verursacht, 30-40 Prozent durch die Gruppe C.
Diese können durch eine Impfung verhindert werden. Durchschnittlich versterben ca. 10 Prozent der Betroffenen an
der Infektionskrankheit, weitere 20 Prozent behalten bleibende Schäden wie Amputationen und Verstümmelungen
zurück.
Wie von der STIKO empfohlen sollten Ärzte und Eltern darauf achten, bei Kindern, die nicht im Kleinkindalter geimpft
wurden, diese Impfung spätestens bis zum 18. Lebensjahr nachzuholen.
Neben neuen GfK-Daten zur Durchimpfungsrate wird das aktuelle Positionspapier zur Meningokokken-C-Impfung
im Rahmen dieser Pressekonferenz vorgestellt.
Hierzu laden wir Sie herzlich ein.